Der Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2017

Etwa 4 Millionen Menschen in Deutschland sind von einer der über 6.000 Seltenen Erkrankungen¹ betroffen. Sehr viele dieser Erkrankungen bedeuten für die betroffenen Menschen eine deutliche Verminderung der Lebensqualität und Lebensdauer. Durch den Mangel an Forschung fehlen den „Waisenkindern der Medizin“ Medikamente und Therapien. Aus diesem Grund haben Bundespräsident a. D. Horst Köhler und seine Frau im Jahr 2006 die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen gegründet. Mit dieser Stiftung sollen vor allem Projekte zur Verbesserung der Forschung und Therapie gefördert werden. Dies geschieht in Kooperation mit der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) e.V. Die ACHSE ist ein Netzwerk von derzeit 126 Patientenorganisationen für Menschen mit Seltenen Erkrankungen und ihren Angehörigen.

Die Stiftung vergibt den Preis in Kooperation mit der ACHSE bereits zum 10. Mal. Die Verleihung erfolgt in Berlin – aus Anlass des „Tags der Seltenen Erkrankungen“ am 1. März 2017.

Ziel dieses Forschungspreises ist es, die Erforschung Seltener Erkrankungen, die in Deutschland noch nicht ausreichend gefördert wird, anhand beispielhafter Projekte voranzutreiben. Der Forschungspreis macht zudem Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft darauf aufmerksam, dass die Forschung auf dem Gebiet der Seltenen Erkrankungen zu den vordringlichen Aufgaben der Gesundheitspolitik gehören sollte.

Mit dem Eva Luise Köhler Forschungspreis soll die Durchführung bzw. Anschubfinanzierung eines am Patientennutzen orientierten Forschungsprojektes im Bereich der Seltenen Erkrankungen ermöglicht werden.

Das Projekt soll einen innovativen Beitrag zur Verbesserung von Diagnostik, Prävention, Therapie oder zur Ursachenforschung bei Seltenen Erkrankungen leisten und kurz-, mittel- oder langfristig zur Verbesserung der Lebensqualität des Patienten beitragen.

Besonders preiswürdig sind nachhaltige, krankheitsübergreifende und forschungsvernetzende Projekte.
Die Ergebnisse der Projektförderung sollten möglichst in einem fachwissenschaftlichen Publikationsmedium und durch eine Präsentation auf einer wissenschaftlichen Tagung veröffentlicht werden, um auch in der Fachwelt das Profil der Erforschung Seltener Erkrankungen zu stärken.

Die Preisträger 2017 »

¹In Europa gilt eine Erkrankung als selten, wenn nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen davon betroffen sind.